Anti-Atomstrom-Gipfel: Täuschung der Öffentlichkeit und Ablenkung vom Versagen der Anti-Atom-Politik

Unabhängige Analyse zeigt auf: Österreich ist nicht von Atomstromimporten abhängig

(1. Juli 2011) Der heute in Wien stattfindende „Anti-Atomstrom-Gipfel“ dient primär der Täuschung der Öffentlichkeit und der Ablenkung vom Versagen der österreichischen Bundesregierung im Bereich der Anti-Atom-Politik. Mit falschen Behauptungen wird der Öffentlichkeit die angebliche Abhängigkeit von Atomstromimporten suggeriert, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Österreich verfügt über eine weitgehend ausgeglichene Bilanz zwischen Stromverbrauch und Produktion. Die Existenz eines geringen negativen Saldos ist nicht auf fehlende Produktionskapazitäten zurückzuführen, sondern ausschließlich auf die kaufmännische Strategie der Stromkonzerne. Im offenen EU-Markt verfügt die Bundesregierung über keinerlei Kompetenzen, um das Verhalten der Stromkonzerne zu beeinflussen. „Dieser Gipfel hat keinerlei Bedeutung, sondern stellt lediglich eine weitere PR-Blase dar, die vom Versagen der Bundesregierung im Bereich der Anti-Atom-Politik ablenken soll“, erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. „Statt endlich wirksam gegen Temelin und Mochovce vorzugehen sowie für eine rasche Schließung von Reaktoren ohne Containment einzutreten, wird ein Scheingefecht gegen eine nicht vorhandene Abhängigkeit von Atomstrom inszeniert“, kritisiert Pavlovec.

Die im November 2010 in Linz präsentierte unabhängige Analyse zur Frage der Abhängigkeit Österreichs von Atomstromimporten kommt zu einem eindeutigen Schluss: Es bestand auch in den letzten Jahren keinerlei tatsächliche Importabhängigkeit. Der negative Exportsaldo wurde ausschließlich durch kaufmännische Maßnahmen der österreichischen Stromversorger sowie einen starken Anstieg der Pumpspeicherung verursacht. Vorhandene Produktionskapazitäten wurden weniger genutzt, stattdessen verstärkt billiger Strom am europäischen Strommarkt eingekauft. Im Jahr 2009 verschwand der negative Exportsaldo fast völlig, in den nächsten Jahren wird sich Österreich sogar zu einem  der bedeutendsten Stromexporteure innerhalb der EU entwickeln. „Die Aussagen über die angebliche Importabhängigkeit Österreichs haben sich bei seriöser Betrachtung als Märchen erwiesen“, erklärt Radko Pavlovec, Autor der Analyse. „Nun soll offensichtlich die breite Ablehnung der Atomkraft ausgenutzt werden, um unwirtschaftliche und umweltschädliche Projekte der Stromversorger durchzusetzen“, warnt Pavlovec.

2010_11 Analyse Atomstromimporte Österreich

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