Zwischen Greenwashing und Regierungssehnsucht – die fragwürdige energiepolitische Botschaft der Eva-Sommertour 2012

Nein, keine Sorge. Dies ist kein weiterer Beitrag über die mit 160 km/h rasende Eva Glawischnig. Hier geht es um Grundsätzliches. Die Aufschrift „Opel Ampera offizieller Mobilitätspartner der Sommertour 2012“ ist am Foto weiter unten gut sichtbar. Am Heck des Fahrzeuges befindet sich die Aufschrift „Ich bin Elektro. Ich bin die Zukunft“. Daneben das Parteilogo „Die Grünen“.  Und spätestens hier sollten bei allen Menschen, die sich gegen sinnlose und umweltgefährdende Ausbauprojekte der Stromkonzerne – ob AKW´s, Gaskraftwerke oder Wasserkraftwerke, welche die wenigen freien Fließstrecken in Betonkanäle verwandeln – die Alarmglocken schrillen. Man braucht lediglich am Fahrzeug das Grünen-Logo z.B. durch das Verbund-Logo zu ersetzen und erhält umgehend – jawohl, die aktuelle Kampagne der E-Wirtschaft! Weiterlesen

26. Jahrestag von Tschernobyl oder der Tag, an dem die österreichische Anti-Atom-Politik endgültig zur populistischen Farce verkam

Ich bin der Meinung, dass die einzig sinnvolle Art des Gedenkens an die Tschernobyl-Katastrophe das Engagement darstellt, um diese mit der Biosphäre offensichtlich völlig unverträgliche Art der Energiegewinnung möglichst rasch zur Geschichte werden zu lassen. Und dieses Engagement sollte sich nach Möglichkeit nicht auf einen Tag im Jahr beschränken. Trotzdem gehört es bereits seit Jahren zum unvermeidlichen Szenario, dass alle möglichen Personen aus der Politik, die in den meisten Fällen keinerlei Engagement gegen die Atomkraft je entwickelt haben, an diesem Tag mit meist unerträglich pharisäerhaften Erklärungen unbedingt die Öffentlichkeit beglücken müssen. Ein Schelm, wer annimmt, dass dahinter in Erwartung einer reichlichen Berichterstattung der Wunsch steckt, zumindest mit einem Sager in den Medien vorzukommen. Heuer schlägt die Heuchelei jedoch alles bisher Dagewesene. Dieser Blogbeitrag stellt einen Versuch der Bewältigung des Unerträglichen dar. Weiterlesen

Ergebnis des „Atomgipfels“: Strom-Umetikettierung für Haushalte ohne Auswirkungen auf die Produktion von Atomstrom, Mehrkosten für Stromkunden

Nachtrag zum Ergebnis des heutigen „3. Gipfel zum Atomstromverbot“

Im vorigen Beitrag wurden die Optionen zur Verhinderung von Atomstromimporten diskutiert. Tatsächlich kam eine davon – Umetikettierung  des Atomstromanteils mittels Herkunftszertifikaten – zum Tragen. Allerdings nur homöopathisch, da sich diese „freiwillige“ Maßnahme der Energieversorger bis 2015 nur auf die Haushalte beziehen soll. Damit sind nur ca. 25% des Endverbrauches betroffen. Wie die Bundesregierung angeblich unabhängige Aktiengesellschaften zu dieser freiwilligen Maßnahme zwingen kann, bleibt ein Rätsel.

Nach den Berechnungen einiger Gipfelteilnehmer soll der „Atomanteil“ derzeit 4% betragen (Anmerkung: Ich teile diese Meinung nicht, siehe die Angaben in früheren Beiträgen). Nach der Realisierung der beschlossenen Maßnahme würde dieser Anteil auf 3% verringern. Allerdings nur auf dem Papier, da die Zertifikate im Überfluss vorhanden sind und daher keine Änderungen im europäischen Strommix bewirken können. Weiterlesen

Gipfelsturm der atompolitischen Gartenzwerge

Eine Notiz zum heutigen „3. Gipfel zum Atomstromverbot“ in Wien

Politiker halten sich offensichtlich oft für die Spitze der Gesellschaft und so kann ihre Zusammenkunft nicht einfach „Gesprächsrunde“ heißen, sondern auf jeden Fall „Gipfel“. Die Inflation verschiedener Gipfel ist in den letzten Monaten unübersehbar. Während es früher hieß „wer nicht weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis“, so werden heutzutage die Bergschuhe angezogen und der Rucksack für den Gipfelsturm gepackt. Manchmal werden auch Normalsterbliche zum Gipfel mitgenommen und damit geadelt – wie in diesem Falle zwei kooperationswillige NGO´s.

Allerdings machte uns Albert Einstein auf die Tatsache aufmerksam, dass Vieles relativ ist. So mag für (klein)geistige Gartenzwerge bereits die Besteigung des nächstgelegenen Maulwurfhügels als ein großer Gipfelsturm erscheinen. Die im Vorfeld erhobenen Forderungen und Diskussionsbeiträge deuten jedenfalls stark auf einen solchen Relativitätseffekt hin. Unübersehbar sind dabei die weitgehende Faktenresistenz der TeilnehmerInnen sowie das gemeinsame Interesse zur Täuschung der überwiegend stark atomkritischen österreichischen Öffentlichkeit. Diese soll nicht merken, dass statt längst überfälliger Maßnahmen gegen den Ausbau von Temelin, die skandalöse „Fertigstellung“ des AKW Mochovce oder die Betriebsverlängerungen von Reaktoren ohne Containment lediglich Seifenblasen produziert werden. Weiterlesen

Kältewelle deckt gravierende Schwächen der AKW-dominierten Stromversorgung in Frankreich auf

Die „Atomsupermacht“ muss große Strommengen aus Deutschland importieren

Nach dem deutschen Ausstieg-Beschluss hagelte es aus Frankreich Kritik. Nach einigen Tagen sibirischer Kälte ist nun die Atommacht auf massive Importe aus Deutschland angewiesen. Das im Ausstieg befindliche Land stützt seinen Nachbarn mit gewaltigen Strommengen – trotz der bereits erfolgten Abschaltung der gefährlichsten AKW´s als Folge der Fukushima-Katastrophe.

Die Ursache dieser Entwicklung liegt nicht, wie man erwarten könnte, in großen Ausfällen im französischen Kraftwerkpark, sondern ist die Folge einer völlig verfehlten Energiepolitik. Der Anteil der AKW´s an der Stromproduktion erreicht in Frankreich mehr als 75%. Da Atomkraftwerke de facto nicht regulierbar sind, ist dieses System sehr unflexibel und kann auf rasche Bedarfsschwankungen nicht entsprechend reagieren. Um die Auslastung der AKW´s auch in den Nachtstunden zu garantieren, wurden massiv elektrische Nachtspeicherheizungen installiert. Sie wurden den Kunden mit günstigen Tarifen schmackhaft gemacht. Da dies gut funktionierte, ging man auch zur Installation von elektrischen Direktheizungen über. So konnte man den Stromverbrauch rasch in die Höhe Treiben und Druck auf die Errichtung von immer weiteren AKW´s aufbauen. Weiterlesen

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