Verbund gibt Einmottung des GuD-Kraftwerkes Mellach bekannt

Die im staatlichen Mehrheitsbesitz befindliche Verbundgesellschaft gab vor kurzem die Einmottung ihres modernsten thermischen Kraftwerks in Mellach bekannt. Das um 550 Millionen € errichtete Kraftwerk kann offensichtlich nicht wirtschaftlich betrieben werden. Der Verbund-Vorstand begründet dies mit ungünstigen Gaslieferverträgen sowie dem infolge der deutschen Energiewende gefallenen Strompreis. Diese Begründungen erscheinen jedoch als zu einfach.

Bereits im Rahmen des UVP-Verfahrens wurde auf den fehlenden Strombedarf und die falsche Standortwahl hingewiesen. Noch vor dem Beginn der Bauarbeit gab es dazu eine umfangreiche Diskussion (s. dazu auch Beiträge vom 27.10.2008 Und 16.12.2009 auf diesen Seiten). Bemängelt wurde die fehlende Möglichkeit der Abwärmenutzung am Standort Mellach, die zur Vernichtung von enormen Wärmemengen führen und entsprechend hohe CO2-Emissionen verursachen würde. Leider haben weder die Organe der Verbundgesellschaft noch die Politik auf die begründeten Argumente reagiert, sondern mit Volldampf die sich abzeichnende Fehlinvestition vorangetrieben.

So wird das Gaskraftwerk Mellach zum Mahnmal für eine gescheiterte Energiepolitik, die dem blinden Wachstumswahn fröhnt und vor den Belangen einer modernen umweltverträglichen Energieversorgung die Augen verschließt. Wie man sieht, führt ein solches Verhalten im Endeffekt auch zu massiven wirtschaftlichen Schäden. Mit der in Mellach verlorenen Summe könnte man eine riesige Effizienzoffensive finanzieren. Dieses Geld wäre nicht verloren, sondern langfristig perfekt angelegt.

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